Diskussion Wo sind die Privatanwender hin?

WK1962

Neues Mitglied
Hallo,

ich entwickle seit 30 Jahren Software für Windows. Seit einiger Zeit auch für Android, aber damit werde ich nicht warm (sehr wenig Verdienst), keine Sichtbarkeit meiner App im Play Store.

Ich merke, dass viele Privatnutzer vom PC abgewandert sind und sich offenbar mit ihrem Smartphone oder Tablet zufrieden geben.

Was machen die Leute den ganzen Tag damit? Schreiben die noch Texte? Erstellen die noch Tabellen? Wie verwalten sie heute ihre Urlaubsfotos? Nur am Smartphone? Jede Cloud ist irgendwann voll.
 
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Aus meiner Sicht ist es so, dass Tablets sehr große Teile des PCs ersetzen.
Ich bin normalerweise ein Desktop-Mensch und liebe Windows und MacOS und Linux für 3D Programme etc., aber aufgrund gewisser Umstände habe ich seit einiger Zeit fast ausschließlich nur Mobile Handy und iPad.

Ich wollte eigentlich nie ein Tablet, weil ich es für den nutzlosesten Gerätetypus hielt. Aber seit ich es habe, liebe ich es quasi. Es geht alles super schnell und praktisch, man kann sehr viel, sehr gut damit machen . Fotos, Emails, Surfen, schreiben, sogar bisschen programmieren und Gaming (NVIDIA GeForceNow), und manche große Anwendungen gehen echt schon gut mit dem Tabletmonitor. Und im Gegensatz zu Notebook und PC hat man es immer dabei und es ist in 1 Sekunde eingeschaltet und betriebsbereit.

Also für alle täglichen Aufgaben ist es fast besser als alle anderen Geräte, auch besser als das Smartphone, wegen der Screengröße.
Für richtig Ordnung machen z.B., mit mehreren Fenstern gleichzeitig zum umordnen und für bessere Übersicht ist der PC immer noch besser, und für Blender/3ds Max oder aufwendigere Fotobearbeitung ist der Desktop mit richtig großen Monitor natürlich nach wie vor ungeschlagen und alternativlos.
Aber Tablets sind wohl für viele, aus den gleichen oder ähnlichen Gründen, ein echter Gamechanger geworden.
Somit kann ich verstehen, warum viele vom PC/Desktop abgewandert sind, wenn sie den großen Monitor nicht dringend brauchen.
 
Denke, dass es sich auch teilweise um eine Verlagerung auf die Cloud und Web-Apps handelt. Früher hat man viele verschiedene produktive Anwendungen lokal auf dem PC installiert gehabt und diese entsprechend intensiv genutzt. Mittlerweile läuft vieles nur noch über das Internet und Dateien werden direkt in der Cloud gespeichert. In dem Sinne braucht man dann weder die klassische PC-Software noch einen Desktop-PC, weil man praktisch alles im Browser erledigen kann.

Prominente Beispiele sind sicher die Google Workspace-Anwendungen (Google Docs, Sheets, usw.), selbst Microsoft Office gibt es jetzt teils schon ausschließlich als Webversion, und aber auch Web-Apps wie Notion oder ähnliche Produktivitätssoftware, die sich heute kaum jemand noch klassisch auf dem PC installiert, weil halt alles genauso gut im Browser läuft, wenn man nicht gerade einen Internetausfall hat.

Wie schon beschrieben, sind nur noch professionelle Anwender aus dem Bereich Mediengestaltung, (3D-)Design, Programmierung, usw. wirklich auf leistungsstarke PCs mit entsprechender Software angewiesen. Und selbst da nimmt es deutlich ab, wenn man sich z.B. Figma im Bereich Design anguckt, oder an Foto- und Videobearbeitungs-Apps auf Tablets denkt.
Selbst in der Programmierung kann man teils alles in der Cloud (z.B. über VS Code im Browser) machen. Und die ganzen AI-Tools beschleunigen diese Entwicklung noch, da die wirklich leistungsstarken LLMs natürlich auch in der Cloud laufen.

Übrigens: ich verschiebe das Thema mal in einen allgemeineren Bereich, hier geht es ja mehr um eine offene Diskussion als um eine tatsächliche Frage zur Programmierung.
 
Hallo, danke für Eure Antworten!

Selbst wenn Leute Windows verwenden: Der Trend geht offenbar dahin, dass sie ihr System nicht mehr mit Apps "zumüllen" wollen, die das System größer und langsamer machen. Das macht es einem als Autor schwer. Eigentlich müsste man als Shareware-Autor eine Web-App entwickeln, aber die kann man nicht verkaufen. Da muss man ein Abomodell einführen. Ob die Leute das mögen?
 
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